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Neunter Tag – Donnerstag, 31.07.08         „Mehr vom Meer“

Erstmal den ganzen ungewaschenen Geschirr-Mist vom Vorabend wegräumen, Moritz und Fazzi nahmen sich des zum Glück des Geschirr-Bergs an.
Da wir reichlich spät dran waren, frühstückten wir nicht wie sonst im Schatten des einzigen größeren Baumes auf unserem Platz, wir aßen stattdessen in der mehr oder weniger prallen Sonne, was Prof wohl etwas schlecht bekam...
Als nämlich dann, mittlerweile war es Nachmittag, die Rover in Richtung Meer drängten, legte er sein Veto ein und lehnte es trotzig ab, den Rest des Tages in der Sonnenglut am Strand zu verbringen. Da aber kein Alternativ-Programm seinetwegen gefunden wurde wälzten wir uns Karten spielend und lesend auf dem Zeltplatz herum. Die Jungs machten sich einen Spaß daraus,   Lisa und Kyra mit neckischen Spielen bei Laune zu halten.
Zwischendurch machte sich ein Installateur an der verlöcherten Rohrverschraubung in der Frauendusche zu schaffen und es gab temporär kein Wasser im gesamten Sanitärtrakt.

Dann sitzen auf einmal immer mehr Leute in Fabrizios Astra und gehen auf verschickten französische Techno-Mucke ab. Denen war scheinbar noch nicht heiß genug in dieser „Sauna“ zu sitzen, da erlaubt man sich mal den Jux, schließt Fenster und Türen des Wagens und dreht von Außen den Schlüssel rum. Siehe da, jetzt wurde es sogar Simon K. zu warm, der sonst nie im Schatten anzutreffen war.
 
Nach dem Saunagang schütteten sich Moritz und Simon 1 ½ Flaschen Wasser auf „ex“ rein und posierten dann fürs Foto – sieht nach richtiger Bierwampe aus...

Irgendwann hatte dann aber niemand mehr Lust in der Hitze am Platz abzuhängen, schließlich ließ Prof sich erweichen, doch noch mit der Gruppe im Auto an den Strand zu fahren. In der mittlerweile vergangenen Zeit, wären die Buben wohl auch schon ans Meer gelaufen. *1
Vorher gab’s noch eine Inventur in der Fressalien-Kiste und der Einkaufszettel wurde auf Vordermann gebracht.
Dann waren wir endlich unterwegs, flott über die bekannte Buckelpiste (sieh mal an, die Gendarmerie kontrolliert Geschwindigkeiten, Danke an den freundlichen Franzosen, der uns per Lichthupe vorwarnte) also hübsch „30“ gefahren, weiter ging’s etliche Kilometer rumgeeiere auf der Küsten-Parallelstraße. Dann stellten wir die Wagen in einem Pinienwald ab und gingen den letzten halben Kilometer über Waldweg und Düne zum Strand.
Dort gab es diesmal richtig schöne Wellen und so hatten alle ihren Spaß, auch ein Sonnensegel hatten wir dabei und dahinter ließ es sich trefflich im Schatten aushalten.
Während sich die Meisten in die Fluten stürzten und viele Fotos dabei schossen, zog sich Prof mit Papier und Bleistift bewaffnet hinter das Sonnensegel zurück und ließ dort das Manuskript dieses Logbuchs entstehen, was seine Laune auch wieder derart verbesserte, dass er für den Rest des Tages wieder genießbar war.
Auf der Rückfahrt legten wir beim Carrefour-Supermarché einen Stopp ein und kauften diverses Grillzeug und jeder hatte Gelegenheit, seine privaten Einkäufe zu erledigen.
Irgendwie schien das Beispiel von Simon K. Schule zu machen, eine in Deutschland nicht erhältliche Sorte von AXE-Bodyspray in Frankreichs Supermärkten einzukaufen. So wurden die Regale geplündert und die Düfte “Africa“ und „Dark Temptations“ landete mehrfach im Privat-Einkaufswagen – DUFTE SACHE!


Zehnter Tag – Freitag, 01.08.08         „Aufbruchsstimmung“

Das Wetter am Morgen war bewölkt und so trieb es uns erst spät aus den Penntüten, Programm war keines mehr angesetzt und so zögerte sich auch das Frühstück hinaus...
Nach dem Essen fragten wir beim Empfang nach, bis wann wir den Platz räumen sollten. Okay, das war ein Griff ins Klo, 12 Uhr war der Termin, an dem wir verschwunden sein sollten, also noch ne knappe Stunde. Aber weil wir so „lieb“ waren, bekamen wir Aufschub bis 16 Uhr nach der „Siesta“ des Platzverwalters.
Eigentlich wollten wir noch auf dem Campingplatz-Grill unser ganzes Fleisch- und Wurstzeugs zubereiten, dazu war dann die Zeit aber doch etwas zu knapp und so wurde diese Aktion auf irgendwann während der Heimfahrt verschoben.

Also packten wir unseren Kram, räumten das Zelt aus und bauten es komplett trocken ab. Die Mittelstange vom alten Rund-Küchenzelt hatte uns gute Dienste geleistet und wurde wieder in zwei Einzelteile zerlegt. Eine Runde Müll aufsammeln und damit war alles piccobello.
Die Autos waren nach dem Verstauen des ganzen Materials voller als bei der Anreise, aber „des ghört so“. Fazzis Dachbox wurde wieder mit Schlafsäcken und Isomatten vollgestopft und mit Spannbändern gesichert.
Jetzt mussten wir halt auch unseren Kühlschrankschlüssel abgeben, was tun mit den ganzen Fleisch und Wurstwaren, das hielt sich ja nicht bei der Hitze?
Bis zum geplanten Abfahrtstermin um 21 Uhr konnten wir den Kram nicht ungekühlt lassen, gleich essen ging auch nicht, da die Grillmöglichkeit fehlte, also: Krisensitzung!
Wir einigten uns darauf, sofort loszufahren, die Kühlwaren wurden im Volvo-Beifahrerfußraum gesammelt, Klimaanlage rechte Seite auf „Kalt - Fußraum“ gestellt, mit einer Decke abgetrennt. Lisa wurde als Kühlschrankwächter und Beifahrerin davorgepflanzt...hm, bei gemessenen +8°C im „Kühlschrank“ bekommt der Spruch mit „kalte Füße bekommen“ eine ganz neue Bedeutung.

Derart präpariert wollten wir uns in La Teste zum Tanken am Supermarkt treffen und Fabrizio fuhr schon mal los. Schwindelig vom Kreisverkehr fahren, bog Profs Auto mal falsch ab und landete in der Pampa, dauerte im Berufsverkehr etwas bis der Kurs wieder stimmte.

Am Supermarkt tankten wir noch mal „billig“ voll (...und kost´ Benzin auch drei Mark zehn, scheißegal es wird schon gehen...).
Im Carrefour besorgten wir uns für knapp 14 Euro einen Holzkohlengrill, der auf der Fahrt zum Einsatz kommen sollte, jetzt hofften wir auf eine günstige Gelegenheit zum Grillen.

Wir verließen La Teste in Richtung Bordeaux auf der Autoroute, da ging es nur zäh voran, wir brauchten für die lumpigen 60 Kilometer wohl 1 ½ Stunden. Wir machten an einer Tankstelle halt, nen Klo gab’s nicht, also suchte man sich sein Plätzchen im Gebüsch, das ist nicht die feine Art, aber was muss, MUSS! Danach kamen wir gut voran.
Kurz vor Sonnenuntergang steuerten wir auf einem Rastplatz eine etwas abgelegene Außensitzgruppe an, die Fahrer nahmen eine Mütze voll Schlaf und der Rest hatte die Aufgabe den Grill aufzubauen und anzufeuern. Um halb 12 kam dann das Fleisch auf den Grill, wir hatten eine Sortimentsbox mit Hähnchenteilen, Würstchen, Merguez und Spießen.


Elfter Tag – Samstag, 02.08.08         „Rover unterwegs“

Null Uhr: „Happy Birthday Simon Krauss“ - 18 Jahre machte er an diesem Morgen voll und auch die Geburtstagstorte hatten wir noch heimlich organisiert, nämlich einen großen, leckeren Brownie, der noch mit Farbe verziert wurde. Jeder bekam ein Stück davon ab, Simon behielt sich jedoch vor, die rote „18“ höchstpersönlich zu verspeisen – es sei ihm gegönnt.
Grillen auf 30*30 cm ist nicht wirklich ein für 10 Personen schnell sättigendes Erlebnis und so zog sich die Aktion, mit zwischenzeitlichem Kohle nachlegen bis etwa halb vier Uhr hin.

 
Bild:Fazzi wedelt sich zum Weltmeistertitel und produziert einen gewaltigen Asche „Fallout“ im Umkreis.


Dann räumten wir die Baustelle ab und wuschen unser Geschirr provisorisch mit Wasser aus dem Wassersack.

Mit frischem Elan ging’s wieder auf die Autobahn, dort gab´s noch ein Gruppenfoto im Auto, vom Autobahnrand her überraschend aufgenommen. Wir passierten noch ein paar Mautstellen (deren Gebühren vermutlich günstiger als das Foto sind) und um ein paar Euro ärmer wechselten wir für etliche Kilometer auf eine Nationalstraße. Kurz vor Sonnenuntergang wurde unsere flotte Fahrt jäh gestoppt, ein Unfall auf der Strecke führte zur Vollsperrung.
Wie trefflich, für etwas über einer Stunde ging nichts mehr und so nutzten die Fahrer die Zeit zum pofen.
Dann Tumult auf der Strecke, Polizei fährt vorbei, Motoren starten, LKW-Fahrer springen auf ihren Bock – aha, es geht weiter.
Vorwärts trieb´s uns dem Sonnenaufgang entgegen und wir fraßen Kilometer um Kilometer (Das ist echter „Landstraßen - Pac-Man)

Kleine Anekdote des Autors:
An einem „Autogrill“ machten wir noch einmal Rast, Zeit für Frühstück, erstmal nen Kaffee hinter die Binde gießen, Mist – beide Automaten im Erdgeschoss lieferten nur noch „Kaffee-Vanille“; UNGENIESSBAR, die Brühe flog nach einem Schluck sofort in die Tonne.
Also blieb noch der Weg ins Obergeschoss, die Vorfreude auf Kaffee, Croissant, Brötchen, Butter und Honig wurde jedoch schnell getrübt: Redete ich vorher noch von „ungenießbar“, so ist der „Grand Café Crême“ im Autogrill Besançon noch eine Steigerung davon, das schmeckte wie angebranntes Popcorn, Pfui Teufel! Egal der Kaffee war teuer, also wird er auch runtergewürgt (nach jedem Schluck hat’s mich geschüttelt)!
Zur Beruhigung meines Coffeinbedarfs musste notgedrungen eine Flasche Cola herhalten, die ich im Laden im Erdgeschoss noch erwarb.

Noch was zum Thema „Autofahren und Fitness“:

Damit der Fahrer nicht der Müdigkeit verfällt ist es praktisch, wenn der Beifahrer wach bleibt und ein bisschen Leben in die Bude bringt...das war am Abend der Abreise ja noch ganz okay, alle im Auto sind noch munter:.

am nächsten Morgen jedoch sind sie ziemlich weggetreten:

 
Nach einiger Zeit, wurde die Müdigkeit am Steuer wieder nervig, also steuerten wir einen Parkplatz an, kurze Pinkelpause. Unser Geburtstagskind ergriff die Initiative und animierte zu einem Spiel und etwas „Morgengymnastik“ (Taschenbillard und Schulterzucken, LOL!)
Immerhin bot er sich als Beifahrer an, der bis in heimatliche Gefilde nicht nur bei Bewusstsein, sondern auch noch sehr unterhaltsam war.
Dann endlich, die ersten Schilder mit „Allemagne“ und so, Grenze, Rheinüberquerung und wir peilten unsere geliebte, holprige, verkehrsverstopfte BAB A5 an.
Die letzten Kilometer auf deutschem Boden liefen relative zäh, an unzähligen Caravans, Bussen und Wohnwagen vorbei bis nach Bohlsbach, wo wir die Abschlussrunde mit Gesang machten.
Tabsi lieferten wir dort ab und fuhren nach Urloffen ans Pfarrheim, das ausgeliehene Material konnten wir gleich putzen und beim Materialwart abliefern. Die letzte Fahrt führte zu den Rovern nach Hause, wo wir sie samt Gepäck wieder in den heimischen Alltag entließen.

Anstrengende Fahrerei, aber zum Zeltlager an der frz. Atlantikküste sage ich:
„Daumen hoch“ und „Schee war’s“!



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© by Daniel Lienert / DPSG Stamm St. Martin Urloffen / 2005
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